Bekenntnisse eines Rohköstlers
Um es ganz am Anfang klar zustellen - ich LIEBE es roh zu essen. Ich liebe das Gefühl etwas Lebendiges in mich herein zunehmen und dieses Leben in mir zu spüren....ich genieße die Vorstellung und die Erfahrung ein Teil der Natur zu sein....und Roh zu essen ist ein Weg um dieses Gefühl zu ehren und noch zu verstärken. Unser Tempel, der Körper, ist ein Stück wandelnde Natur...Mit roher Nahrung bekommt er den "Treibstoff", der für ihn vorgesehen ist und ihm das Leben leichter macht. Ich habe mehr Energie, mehr Klarheit und fühle mich mit "Allem was ist" mehr verbunden. Was für ein einfacher und schöner Weg - möchte man meinen - dachte auch ich am Anfang - die Gleichung war scheinbar einfach : Ich esse soviel ich kann roh und werde gesund und glücklich und meine Spiritualität blüht auch wieder auf....das stimmt auch, jedoch ist der Weg dorthin für mich auf jedenfalls voller Um und Abwege gewesen...
Und diese "Wege" möchte ich hier beschreiben , in der Hoffnung das anderen diese oft schmerzlichen Irrtümer erspart bleiben....
Angefangen hat alles mit 29 Jahren. Die Astrologen unter Euch werden schmunzeln, es ist ja dies die sogenannte "Saturn Wiederkehr", eine Zeit in der wir unser Leben stärker als sonst prüfen und im Idealfall Dinge und Verhaltensweisen aus unserem Leben entlassen, die uns nicht mehr dienlich sind. Allerdings war es bei mir keine freiwillig, also von innen heraus vollzogene Prüfung, sondern Schmerzen (Gute Lehrer :-)), genauer- immer stärker werdende Verspannungen im Schulter und Nackenbereich und eine chronische Müdigkeit zwangen mich dazu, genau hin zuschauen und mich nach Alternativen umzusehen. Ich habe gemerkt das ich viel weniger Energie als früher hatte, oft bis 11 Uhr vormittags schlief und dennoch den ganzen Tag über müde war und auch seelisch ständig verstimmt war.
Zunächst suchte ich ganz stark im Außen nach Hilfe und Linderung. Da wurde von mir alles ausprobiert : Von Magneteinlagen bis zum selber gebauten "Orgonakkumulator" (ein Gerät das ohne Strom Energie aus dem Kosmos verstärkt und der Aura und dem Körper zuführt) hin zur Pyramidenenergie, und ...all diese Maßnahmen waren Ok, jedoch waren sie nur Symptombekämpfung, und nach einer Weile fand ich mich immer wieder in der alten, unbefriedigenden Situation .Ich hatte sozusagen einen leeren Benzintank und reparierte wie wild an der Benzinanzeige herum, anstatt frisches, passendes Benzin nachzufüllen.
Worauf man achten sollte :
Rohkost ist thermisch kalt, das heißt der Körper wird durch sie gekühlt. Dies ist im Sommer willkommen und im Winter ein Problem. Bei Temperaturen unter 15 Grad, muss man schon sehr genau wissen, welche Nahrungsmittel erwärmen (auch wenn sie nicht gekocht sind) und wie weit man noch auf dem richtigen Weg ist, wenn die Hände ständig kalt und blau angelaufen sind;-) Vor allem wer ein Luft oder Vata-Typ ist, sollte im Winter gut auf sich und sein Gesundheit achten, indem er sich auch immer wieder wärmende Suppen oder gekochtes Getreide gönnt. Natürlich kann man Getreide auch eingeweicht essen und auf 40 Grad erwärmen- die Hautporen werden dadurch jedoch (für mich) nicht so gut geschlossen wie bei gekochtem Getreide. Vollkorn Chapatis sind zum Beispiel eine tolle und Schmackhafte Methode, um viel Wärme und Power ins fröstelnde Dasein im Winter zu bekommen.
Außerdem hat Rohkost sehr starker Yin Qualitäten - das heißt wir werden durch sie ruhiger, empfänglicher und offener für äußere Eindrücke - Das ist super um zu meditieren und Erkenntnisse aus dem Äther zu erhaschen zu denen man sonst viel schwerer Zugang bekommt - und ein Problem, wenn man in einer vergifteten Umwelt - sei es menschlich oder Substanz mäßig - lebt. Es ist wie als hätte man keinen Schutzschild mehr. Die natürliche Ego-Grenze wird immer aufgelöster und das ist in der falschen Umgebung ein ernstzunehmdes Problem wie ich finde. Um dieses Thema in den Griff zu bekommen, braucht es sehr viel Feingefühl für die richtige "Dosis" an Rohem und oft auch spezielle Nahrungsmittel, die Erden und stärken. Sehr gut wirksam und immer noch 100% roh ist MACA für mich. Auch Kakao kann nötiges seelisches Feuer geben, wenn darauf bestanden wird roh zu bleiben.
Auf der Körperlichen Ebene spiegelt sich das dadurch, das die Poren der Haut geöffnet werden - im Winter wird uns dadurch noch kälter und im Sommer erleben wir die Hitze angenehmer.
Hier ist ein Yang Ausgleich (also männliche. aktive, nach außen gerichtete Energie) notwendig , will man , vor allem im Winter , nicht unter dieser Ernährungsform leiden.
Getreide, Fleisch, Eier und Hartkäse sind Nahrungsmittel die sehr Yanghaltig sind, also unsere Poren schließen helfen und uns Feuer und Schutz in der kalten Jahreszeit geben. Ich persönlich lehne Fleisch aus ethischen und geistigen Prinzipien ab. Es macht mich hart und unsensibler.
Rohkost ist öffnend wie wir gesehen haben und im Idealfall wird diese unsere Öffnung gefüllt mit einer "göttlichen" Begeisterung, Yanghaltig und sehr nährend :-) Dies ist jedoch nur möglich, durch eine Lebensweise die einem hohen Ideal dient und dem entsprechende Begeisterung (Yang!) heraufbeschwört.
Regelmäßige Meditation, Gebet und intensive Bewegung ist auch ein Weg um im Yin Yang Gleichgewicht zu bleiben.
Wer hier zu starr auf : Roh = Gesund pocht und beharrt, kann sich sehr schwächen und zum Opfer von äußeren, in der Regel stark Yanghaltigen :-), Umständen werden.
Rohkost bringt viel Schmutz hoch...körperlich und emotional....eine Heilungskrise also.
Körperlich kann sich das durch Verschlimmerung der Symptome (ein Versuch des Körpers, Gifte loszuwerden) zeigen.
Ich selber habe am Anfang, als ich extremer Weise in der Früh 5 bis 6 saure Äpfel über längere Zeit aß, Verknorpelungen in den Fingergelenken bekommen, der kleine Finger wurde zeitweise überhaupt steif und in der rechten Hüfte hatte ich fast kein Gefühl mehr. Meine Zähne wurden am Zahnansatz grün :-) (ohne Scherz!) und ich bin zusehends verfallen...wurde dünner und dünner...etwas das ich als Vata (also Luft) Typ eh schon bin...
Mein Körper konnte mit der Geschwindigkeit ,die ich ihm halsstarrig beim entgiften vorschrieb (Roh = Gesund und spirituell :-)) nicht mithalten. Er war gezwungen ,all das Gift das aus dem Bindegewebe gelöst wurde , wieder zwischen zulagern, da die Basen, die Zeit und Ruhe fehlten ,um die Arbeit sauber zu verrichten und die Säuren zu neutralisieren und auszuscheiden.
Auch habe ich genau dann zu entgiften angefangen , als ich mit der Geburt meines 2.Sohnes eh schon stark gefordert und mich auch unter Druck gefühlt habe....ein äußerst unpassender Augenblick für so eine radikale Kur...hätte ich damals gewusst, was ich mir da antue und wie stark die Symptome werden würden- ich hätte mir und meinem Umfeld viel Leid erspart. Seelisch war ich reizbar und äußerst unzufrieden...später habe ich dann erfahren, das der saure Geschmack zusätzlich stark entgiftet (er wird dem reinigendem Feuereement zugeordnet und schwächt im übertriebenen Maße die Verdauung und macht unzufrieden....dies zeigte mir ,das wir wirklich sind was wir (regelmäßig) essen und das Essen mehr als nur gesund sein sollte. Das Wohlfühlen ist mittlerweile wieder die Hauptpriorität beim Essen für mich geworden.
Ebenso habe ich durch die Einführung von ganz speziellen Nahrungsmitteln in meine "Diät", den sogenannten Superfoods wie Chia´s, Maca, oder rohen Kakaobohnen, eine ganz neue Qualität in meiner Ernährung entdeckt.